Gute Stimmung trotz weher Füße beim Lauf-der-Guten-Hoffnung

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Der Pfrontener Bürgermeister Beppo Zieselmair und Peter Melchin begrüßen die Läufer. Foto: Roger RichterDrei Tage nach dem Start der Benefizaktion „Lauf-der-Guten-Hoffnung“ sind die wunden Füße verarztet und der Muskelkater am Abklingen. Zeit, das Erlebte Revue passieren zu lassen: Mit rund 100 begeisterten Mitstreitern standen wir fünf vom outdooractive-Team am frühen Samstagmorgen in Pfronten in den Startlöchern, um uns für den Kampf gegen die Krankheit Noma auf den langen Weg nach München zu begeben. Der Erlös aus den Startgeldern kommt dem Verein Gegen Noma e.V. zu Gute. Das T-Shirt in der Farbe der Hoffnung, das fast alle trugen, sowie ein gelbes Armband waren im Startgeld inbegriffen. Nachdem der Pfrontener Bürgermeister Beppo Zeiselmair die Gruppe begrüßt und Peter Melchin letzte Worte zur Motivation gesprochen hatte, setzte sich die leuchtend grüne Schlange der Läufer in Bewegung.

Mit Sieben-Meilen-Stiefeln nach Neuschwanstein

Das outdooractive-Team vor Schloss Neuschwanstein.Hoch motiviert, legten einige Läufer gleich ein ordentliches Marschtempo vor, das uns später noch zum Verhängnis werden sollte. Zwischen Müsliriegeln, herrlichen Ausblicken und ersten Blasen flogen die Kilometer dahin. Peter Melchin schwirrte von Grüppchen zu Grüppchen und versprühte seinen Enthusiasmus. Wie auch bei seiner Alpenquerung ging es ihm um Begegnungen und Gespräche. Dabei war er neugierig, mehr über seine Begleiter zu erfahren und stets voller Hoffnung, dauerhafte Mitstreiter für den Kampf gegen Noma zu gewinnen. Zwei Bergwachtler, die uns mit ihren Quads unermüdlich begleiteten, sorgten dafür, dass keiner verloren ging oder zurückblieb. Die Sonne lachte, als wir erst Füssen und dann die Märchenschlösser bei Hohenschwangau hinter uns ließen.

Die Karawane zieht weiter

Die Karawane zieht weiter in Richtung München. Foto: Roger RichterBei jeder Station verarzteten die Helfer kleinere Wunden und gaben Getränke und Müsliriegel zur Stärkung aus. Neue Läufer stießen dazu, andere verließen die Gruppe. Einzelkämpfer, Lauftreffs, Familien mit Hund, Kind und Kegel – die Gruppe war bunt gemischt, als wir weiter in Richtung München wanderten. Einige Läufer hatten sich nur eine Etappe vorgenommen, wieder andere wollten die komplette Strecke durchhalten. Ein hochgestecktes Ziel, denn die Landschaft wurde eintöniger, die Kilometer zogen sich und der Asphaltuntergrund sowie das hohe Tempo fingen an, ihren Tribut zu fordern. Weiter ging es über Trauchgau durch den Pfaffenwinkel nach Steingaden.

Letzter Halt – Wildsteig!

Abschiedsfoto mit dem Initiator Peter Melchin in Wildsteig. In Wildsteig, bei Kilometer 47, war nach zwölf Stunden Schluss für das outdooractive-Team. Thorsten und Andrea plagten Blasen an den Füßen, meine Beinmuskulatur war total übersäuert (ein fürchterlicher Muskelkater kündigte sich an), Steffi hatte mit drei anstatt einer zu Fuß zurückgelegten Etappe ihr Tagespensum mehr als erreicht und selbst Julia, die noch fit wirkte, war wohl froh, bei einem wohlverdienten Bier ihre Füße hochlegen zu können. Auch wenn uns die Herausforderung, die Nacht durchzuwandern, gereizt hatte, waren wir hier an unsere körperlichen Grenzen gestoßen. Trotzdem: Wir hatten viel Spaß, haben nette Menschen kennen gelernt und tolle Erfahrungen gesammelt. Während wir uns müde und zufrieden auf den Heimweg machten, setzte Peter Melchin mit einigen Hartgesottenen seinen Lauf-der-Guten-Hoffnung fort – immer noch optimistisch, die restlichen 24 Stunden durchzuhalten.

Morgengrauen

Geschafft: Ankunft im Münchner Olympiastadion. Foto: Roger RichterZwischen fünf und sechs Uhr morgens musste selbst Peter Melchin in Iffeldorf aufgeben und konnte den Rest der Strecke nur noch teilweise zu Fuß zurücklegen. Doch auch wenn es keiner aus der Gruppe schaffte, die 36 Stunden am Stück durchzulaufen, der Lauf-der Guten-Hoffnung ging weiter: von Seeshaupt über Tutzing, Starnberg und Neuried nach München. Immer wieder stießen neue Begleiter zu der Gruppe dazu, darunter auch der Schauspieler Michael Mendl, Schirmherr von Gegen Noma e.V.. Gemeinsam liefen er und Initiator Peter Melchin, am Sonntagabend ins Münchner Olympiastadion ein, an ihrer Seite die Geschäftsführer des Hauptsponsors Edelweiß und Gründungsmitglieder von Gegen Noma e.V. Jean-Jacques Santarelli und Ulrich Kraut. Geschafft!

Das Fazit

Zwischen 500 und 1000 Menschen begleiteten Peter Melchin bei seinem Lauf-der-Guten-Hoffnung. Foto: Roger RichterZwischen 500 und 1000 Menschen haben am Lauf-der-Guten-Hoffnung teilgenommen (die genaue Anzahl ist noch nicht errechnet) und somit auf die Krankheit Noma aufmerksam gemacht. Mit den gesammelten Spenden wird der Verein Gegen Noma e.V. wichtige Vorsorgemaßnahmen in Afrika durchführen können. Ohne die Sponsoren und die fleißigen Helfer in der Planungsphase, auf den Quads, an den T-Shirt-Ständen und den Versorgungsstationen wäre das niemals möglich gewesen. Daher ein herzliches Dankeschön an alle Beteiligten!

Auch wenn nicht alles perfekt lief, Peter Melchin ist begeistert von der guten Resonanz. Aus den Erfahrungen, die er gesammelt hat, will er lernen, denn die nächste Aktion im Kampf gegen Noma ist bereits in Planung. Nächstes Jahr soll es von Augsburg ins Allgäu gehen – allerdings mit mehr Zeit, kürzeren Etappen, besserer Verkehrsanbindung und weniger Asphalt. Wir freuen uns darauf und sind dann bestimmt wieder mit am Start…

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