Daunen: ideale Begleiter für arktische Temperaturen
Outdooractive-Gastbeitrag
Der Winter ist da – und mit ihm die eisigen Temperaturen. Ein Blick aufs Thermometer liefert euch dieser Tage oft das gleiche Ergebnis: es ist kalt. Sprüche wie Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung und Wir sind ja nicht aus Zucker helfen nur bedingt, wenn man friert. Leicht lachen haben nur jene, die der Kälte mit dem richtigen Outfit trotzen. Und das gilt im Alltag ebenso wie im Bergsport.
Als perfekte Wahl für arktisch-kalte Tage hat sich das berühmte Zwiebelprinzip erwiesen. Das funktioniert genau so intuitiv und logisch, wie es klingt: Ihr tragt einfach mehrere Schichten Kleidung übereinander. Doch es kommt natürlich nicht nur auf die Anzahl der Schichten an, sondern auch auf das richtige Material.
- Als Baselayer braucht ihr Kleidung, die schnell trocknet, falls ihr zu schwitzen beginnt. Hier eignet sich lange Unterwäsche aus Merinowolle sehr gut. Das Naturmaterial liegt angenehm auf der Haut und nimmt außerdem Gerüche auf, sodass unangenehmer Schweißgeruch keine Chance hat. Außerdem wärmt Merinowolle sogar noch, wenn sie etwas feucht ist.
- Die zweite Schicht hat die Aufgabe, euch zu isolieren. Hier eignet sich zum Beispiel eine Fleecejacke sehr gut. Fleece ist zwar eine Kunstfaser, aber sehr weich und anschmiegsam.
- Dann kommt eine Daunenjacke, die euch wärmt und vor Wind abschirmt.
- Bei regnerischem Wetter braucht ihr eventuell noch eine vierte Schicht, da Daunen sehr empfindlich auf Nässe reagieren. Greift hier am besten zu einer leichten Hardshell-Jacke, dann haben Regentropfen keine Chance.
Daunen – was ist das eigentlich?
Wenn es um wärmende Materialien geht, sind Daunen ganz vorn mit dabei. Schlafsäcke, Jacken, Mäntel – aus den wichtigsten Begleitern im Winter sind Daunen kaum wegzudenken. Doch Daune ist nicht gleich Daune. Die hochwertigste aller Daunen ist die Eiderdaune. Diese stammt von der isländischen Eiderente, deren Federkleid bestens isoliert und vor dem bitterkalten Winter ihrer Heimat schützt.
Die wertvollen Eiderdaunen sind größer als Gänse- oder Entendaunen, somit haben sie mehr „Verästelungen“, was mehr Platz zur Luftspeicherung bedeutet. Vereinfacht gesagt: Sie isolieren besser. Gleichzeitig sind sie leichter und besitzen eine höhere Füllkraft.
Wenn euch der Schutz der Tiere besonders am Herzen liegt, dürft ihr bei Eiderdaunen beruhigt aufatmen. Die Eiderente steht nämlich unter strengem Artenschutz, Lebendrupf gibt es nicht. Die Eiderente rupft sich die Daunen selber aus, um ihre Jungen damit zu wärmen. Die Daunen, die nach der Mauser im Nest zurückgelassen werden, werden von Hand aufgelesen und weiterverarbeitet. Somit ergeben sich weder Schmerzen noch Stress für die Tiere. Diese Qualität hat natürlich ihren Preis, aber ein gutes Gewissen ist doch unbezahlbar.
Daunenfedern in Outdoor-Equipment
Sportlich gesehen sind Eiderdaunen der absolute Renner. Wie bereits erwähnt, sind sie besonders leicht und wärmen für ihr geringes Gewicht wunderbar. Aber es gibt noch weitere Vorteile:
- Dadurch, dass die Daunen nicht viel Platz brauchen und besonders anschmiegsam sind, schränken euch Daunenjacken mit einer Füllung aus Eiderdaunen nicht in eurer Bewegungsfreiheit ein. Der Tragekomfort ist unschlagbar und hat nichts mit sperrigen Jacken gemein.
- Ihr seid vor dem Auskühlen geschützt. In einem Schlafsack mit Eiderdaunenfüllung müsst ihr euch selbst bei einer Außentemperatur von -25 Grad Celsius nicht vor dem Erfrieren fürchten.
- Eiderdaunenjacken lassen sich besonders leicht komprimieren. Wenn ihr sie also mal nicht braucht, müsst ihr die Jacke nicht umständlich mit euch herumschleppen, sondern könnt sie bequem im Rucksack verstauen.
Auf was ihr beim Kauf achten solltet
Nun geben wir euch noch einen kleinen Tipp, den ihr unbedingt beherzigen solltet, wenn ihr auf der Suche nach einer neuen Eiderdaunenjacke seid. Die Füllkraft der Daunen wird in Cuin gemessen. Je höher diese Zahl, umso besser wärmt die Jacke. Im professionellen Outdoor-Bereich sollte der Cuin-Wert mindestens bei 880 liegen. Für den alltäglichen Gebrauch sind 550 Cuin das absolute Minimum.
Fazit: Kaltes Wetter ist keine Ausrede, um drinnen zu bleiben. Die richtigen Materialien spenden euch selbst dann Wärme, wenn die Temperaturen weit unter den Gefrierpunkt fallen. Zwar ist eine Jacke oder ein Schlafsack mit Eiderdaunenfüllung ziemlich teuer, aber wenn ihr wirklich viel draußen unterwegs seid, lohnt sich die Investition mit Sicherheit.
Über den Autor: Der begeisterte Outdoor-Sportler Gerald Bacher informiert auf seinem Online-Ratgeber Daunenfeder.com über die verschiedenen Daunenarten und das wichtige Thema Tierschutz. Daunenfeder.com bietet außerdem umfangreiche Artikel über Produktqualität, seriöse Daunen-Hersteller und die Pflege von Daunenprodukten.
Kommentare
Hallo
sehr interessanter Beitrag.
Könnest Du mir bitte Hersteller nennen, die Eiderdaunenjacken verkaufen?
Ich habe nur eine von Black Diamond gefunden und diese ist überall ausverkauft
Hallo Christian,
freut uns, dass dir unser Artikel gefällt. Da es sich um einen Gastbeitrag handelt, würden wir dich bitten, deine Fragen an den Autor Gerald Bacher zu richten. Kontaktdetails findest du auf seiner Website (im Footer unseres Beitrages angegeben). Dort gibt es außerdem weitere Informationen rund ums Thema Daunen und einige Tipps zu Marken und Modellen.
Viele Grüße und komm gut durch die kalte Zeit!
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