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Canyoning – Die Natur erleben

Bergsteigen war gestern. Seit einigen Jahren schwören Extremsportler auf eine andere Variante, um Berge und Schluchten neu zu entdecken: Canyoning. Hier wird gerutscht, geklettert, gesprungen und geschwommen, während mutige Adrenalinjunkies die Natur immer wieder neu erleben. Denn jeder Regenguss, jede Überschwemmung macht aus der bekannten Schlucht erneut völliges Neuland. Trotzdem ist das keine Tour, die Reisende von heute auf morgen allein unternehmen können. Es bedarf einiges an Vorbereitung, bevor Abenteuerlustige loslegen können.

 

Canyoning gibt es schon lange

Ihren Ursprung findet die Sportart in Spanien. Bereits in den 90er Jahren begannen die Spanier damit, Schluchten nicht mehr nur hinauf-, sondern auch hinunterzuklettern. Mittlerweile zählt Canyoning – auch Schluchteln genannt – zu den beliebtesten Extremsportarten Europas und in Teilen der USA. Das Besondere daran ist, dass es sich nicht nur um eine Sportart handelt. Die beteiligten Personen erleben die Natur hautnah, indem sie steile Felswände direkt neben einem tosenden Wasserfall bezwingen oder durch mit Wasser gefüllte Schluchten tauchen müssen, um ihr Ziel zu erreichen. Canyoning ist nicht nur was für die Nerven, sondern definitiv ebenfalls etwas fürs Auge.

Mittlerweile gibt es eine Vielzahl an Anbietern, die sich auf Canyoning spezialisiert haben und diverse Touren in verschiedenen Schwierigkeitsgraden anbieten. Gleichzeitig existieren viele Institutionen, die entweder eine Schulung für Bergsteiger oder eine Ausbildung zum Canyonführer anbieten. Denn diese Sportart ist kein Zuckerschlecken. Alle Extremsportarten sind immer mit einer ordentlichen Portion Risiko verbunden, das nicht unterschätzt werden darf.

 

Sicherheit ist das A und O

Wie bei allen Extremsportarten steht beim Schluchteln die Sicherheit an erster Stelle. Gerade im alpinen Gelände kann es immer zu kleinen Verletzungen, teilweise sogar zu schwerwiegenden Unfällen kommen. Daher ist es wichtig, stets einen ausgebildeten Guide dabei zu haben. Zu seinen Aufgaben gehört es, die zu bereisende Strecke in- und auswendig zu kennen, zu wissen, welche natürlichen Begebenheiten es gibt und bei Bedarf eine Ersatzroute zusammenzustellen, falls man auf dem Weg auf ein unvorhergesehenes Problem wie unpassierbare Stellen trifft. Weiterhin weiß er die Wetterlage richtig einzuschätzen. Diese wird bereits Tage vor Reiseantritt genau beobachtet. Das ist insofern wichtig, weil es bei starken Regenfällen dazu kommen kann, dass komplette Schluchten geflutet werden und ein Durchqueren daher unmöglich ist.

Weitere Fähigkeiten eines Guides bzw. eines erfahrenen Extremsportlers:

Eigenschaften:

Beim Canyoning sollte immer ein ausgebildeter Guide dabei sein.

Beim Canyoning sollte immer ein ausgebildeter Guide dabei sein. © pedrosala

 

Kenntnisse:

Generell wird von Experten davon abgeraten, eine Tour allein durchzuführen, weil dann immer ein erhöhtes Sicherheitsrisiko besteht. Besser ist es, wenn sich eine Gruppe aus drei oder vier erfahrenen Personen zusammenschließt. Außerdem sollte niemand eine solche Tour auf die leichte Schulter nehmen oder sie auf eigene Faust durchführen, besonders dann, wenn keine ausreichenden Kenntnisse vorliegen.

 

Welche Ausrüstung braucht man fürs Canyoning?

Das Equipment kann je nach Art der Tour bzw. Anforderungen variieren. Wer eine professionelle Tour bei einem Reiseveranstalter bucht, bekommt im Übrigen meist – abgesehen von den Schuhen – alle Ausrüstungsgegenstände gestellt.

Folgende Ausrüstungsgegenstände werden benötigt:

Das Wichtigste ist, neben der Ausrüstung, allerdings ein ausgebildeter Guide!

 

An diesen Orten lässt es sich gut schluchteln

Interessierte müssen nicht bis zum Himalaja reisen, um zu schluchteln. Allein in Deutschland gibt es bereits eine Vielzahl von Möglichkeiten, ebenso wie in der Schweiz, Österreich, Frankreich oder Italien.

Deutschland

Das Allgäu ist eine beliebte Region in Deutschland, um sich an Schluchten mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden zu wagen. Für Canyoning-Erfahrene eignet sich die Starzlachklamm am besten, denn dort gibt es sehr enge Schluchten, die es zu erklimmen gilt. Anfängern wird ebenfalls einiges geboten: Die Touristenverwaltung hat einen Steg über die Schlucht gebaut, wodurch Urlauber einerseits Gruppen beim Abstieg zuschauen, sich andererseits aber generell ein Bild von der Schlucht machen können. Das absolute Highlight einer solchen Tour: Die Abenteurer seilen sich nicht nur durch einen Wasserfall ab, anschließend können sie von einem Felsen hinunterspringen und dank zweier Rutschen den Adrenalinpegel ordentlich in die Höhe treiben. Ein Urlaub in Bayern verspricht demnach mehr als nur grüne Wiesen, traditionsreiche Feste und Weißwürste.

Schweiz

Diese Schlucht ist für Canyoning bestens geeignet.

© Maksim Budnikov

Wer den Puls schneller schlagen lassen möchte, ist in der Schweiz genau richtig. Lange Zeit war das Land ein Geheimtipp, mittlerweile ist jedoch bekannt, dass man hier Canyoning der Superlative erleben kann. Einen hohen Schwierigkeitsgrad und rund vier Stunden prickelndes Vergnügen verspricht der bekannteste Canyon der Zentralschweiz: Chli Schliere. Diese Tour erfordert viel Geschick, um sich durch den dortigen Wasserfall abzuseilen, eine große Portion Mut, um sich der legendären Rutsche „Schraubenzieher“ zu nähern und absolute Schwindelfreiheit, wenn es daran geht, den einen oder anderen Sprung zu wagen. Ein weiteres Must-do ist die vergletscherte Fläche des Walliser Aletschgletschers, der für Einsteiger mit guter Kondition bestens geeignet ist. Ein Acht-Meter-Sprung sowie eine 30-Meter-Abseilfahrt sind die absoluten Highlights, die Reisende bei diesem Teil des Weltkulturerbes auf keinen Fall auslassen sollten.

Italien

In Italien gilt es, den Gardasee vollkommen neu zu entdecken. Die umliegenden Berge bieten Canyoningfreaks jeder Schwierigkeitsstufe eine Menge Spaß – unter anderem durch die atemberaubende Naturkulisse. In der Szene handelt es sich bei der Gardasee-Region um das Eldorado des Schluchtelns, da es dort neben tiefen Schluchten ebenfalls anspruchsvolle Abseilstellen sowie große Schwimmpassagen gibt.

Diese Schluchten sind besonders beliebt:

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