Die Outdoor-Kaffee-Tester. Diesmal mit dem Jetboil Flash
Der Jetboil ist der Ferrari unter den Outdoor-Kochern: Er ist teuer, nur beschränkt einsetzbar und etwas fragil, wenn man ihn nicht richtig bedient. Auf der anderen Seite ist er sehr klein und vor allem extrem schnell. Da sich die outdooractive.com-Redaktion langsam zum professionellen Outdoor-Kaffee-Tester mausert, wehrten wir uns natürlich nicht, als plötzlich ein Jetboil Flash im Briefkasten lag. Holt den Kaffee! Es ist Test-Zeit!
“Camping-Kocher – damit kenne ich mich aus”, denkt man sich, wenn man schon diverse Produkte im Gebrauch hatte. Und überhaupt – wer ließt denn noch Bedienungsanleitungen? Und dann noch welche, die in Schriftgröße 0,3 (gefühlt), Fließtext und ohne Bilder gedruckt sind? Nachdem wir aber bereits im Vorfeld gewarnt wurden, taten wir es widerwillig doch – und erschraken, denn neben den üblichen Gas-Gefahrenhinweisen stand da noch eine Reihe anderer Risiken: “Wenn der Kanister überhitzt wird, explodiert er” oder “Die Flamme kann während des Anzündens ausbrechen und zu einer Fackel werden.” zum Beispiel… Wir wollten doch nur einen frischen Kaffee!
Vorsicht ist geboten
Also befüllten wir zuerst (!) den Topf (der übrigens nur zur Hälfte gefüllt werden darf) und versuchten anschließend, den Kocher per Piezo-Zündung zu entzünden. Da stießen wir an die erste Hürde, denn endlos möchte man das Gas ja auch nicht ausströmen lassen. Dank eines Feuerzeugs fauchte der Kocher aber wenige Sekunden später erstaunlich laut und zeigte, was er kann. Innerhalb weniger Augenblicke dampfte es bereits aus der kleinen Öffnung. Kaffee rein, kurz warten, mit dem Sieb das Pulver auf den Boden drücken und… genießen! Der Kaffee schmeckt bereits hier im Büro schon gut – wie wäre es da erst draußen, an einem anstrengenden Tag an der frischen Luft? Auf einem – von der Sonne erwärmten – Stein, vor einem das skandinavische Fjäll. Auf der Bank einer urigen Hütte mitten in den Schweizer Alpen. Am Parkplatz nach einem anstrengenden aber großartigen Klettersteig… Das wäre schon was!
Fazit
Der Jetboil Flash ist extrem schnell und clever konzipiert. Jedes Zubehörteil – auch die kleine Gaskartusche – passt perfekt in den Kocher, einzig das Kaffeesieb passt nicht mehr hinein -leider. Clever ist auch der Deckel aus Plastik, der einerseits Energie beim Wassererwärmen spart, andererseits mit einem Loch zum Ausgießen von Wasser ausgestattet ist. Durchdacht bis ins Detail! Dennoch ist der Kocher nur für einen sehr speziellen Einsatzbereich konzipiert. Das Kochen von richtigen Speisen in so einem schmalen Topf funktioniert nicht recht, weshalb er eigentlich nur zum Wasserkochen bzw. Schnee schmelzen praktisch ist – das heißt: Er ist eigentlich nur für Extreme, die sich ausschließlich von dehydrierter Nahrung (und natürlich Kaffee) ernähren.
Und trotzdem: Der Jetboil ist beliebt in der Redaktion – kocht er doch innerhalb kürzester Zeit guten Kaffee, der den aus unserer Maschine im Vergleich locker schlägt. In diesem Sinne: danke Jetboil!
Pedal the world – mit dem Fahrrad rund um die Welt
Fynn (25) und Felix (23), zwei Arbeitskollegen aus Bayern, erfüllen sich ihren Traum – einmal um die ganze Welt. Die Frage nach dem Transportmittel liegt bei den beiden „Fahrradfreaks“ auf der Hand. Ab Juni tauschen die beiden Rennrad bzw. Downhiller gegen ein Giant Reiserad – anschließend geht es immer der Sonne entgegen. Über ihren Trip “Pedal the World” berichten sie in regelmäßigen Abständen hier bei outdooractive.com.
Das wohl Skurrilste an dem Vorhaben: Der Bayer Fynn und der Pfälzer Felix lernten sich erst vor gut drei Monaten kennen. Die Entscheidung für die Weltumradlung fiel dann gut sechs Wochen später – seither rauchen die Köpfe, doch die Kumpels liegen gut in der Zeit. Organisatorisch haben die beiden einige Vorteile. Vor allem die Kontakte in der Sportartikelbranche erleichterte die Sponsorensuche ungemein. Des Weiteren plante Felix solch eine Reise bereits nach seinem gescheiterten Abiturversuch, entschied sich aber dann doch für die Karriere und so blieb der Drahtesel im Stall.
Schnell stellt sich die Frage, ob man denn für ca. 55.000 Kilometer durch die ganze Welt trainieren muss, doch ein weiterer Vorteil gegenüber anderer Fahrradnomaden ist ihre gut trainierte Lunge – ob es aber 50, 100 oder 200 km am Tag werden interessiert nicht wirklich, denn sie haben ja Zeit.
Los geht es am 22. Juni in Herxheim – entlang am Alpenkamm bis nach Weyarn, wo Fynn beheimatet ist. Nach der 2. Verabschiedung geht die Reise dann endlich los. Erster Meilenstein der Radreisenden ist das circa 8.000 km entfernte Almaty, Kasachstan. Voraussichtlich werden sie da Mitte Oktober eintrudeln und müssen dann, auf Grund witterungstechnischer Umstände, in den etwas wärmeren Süden fliegen – Delhi, Indien. Weitere Flugstationen der beiden sind: Singapur, Sydney, Honolulu, Kalifornien, Santiago und New York City.
Die Reise wird ausführlich dokumentiert. Unter www.facebook.com/pedaltheworld und www.pedal-the-world.com kann man die beiden Globetrotter verfolgen. Wir wünschen an dieser Stelle schon einmal gutes Gelingen, großartige Erlebnisse und viel Spaß beim Eintauchen in die verschiedenen Kulturen. Viel Glück!
Nähkästchenplauderei: die schönsten Klettersteige (Patrick, Redaktion)
In der outdooractive.com-Crew hat fast jeder Kollege seine bestimmte Lieblingssportart. Patrick ist vor fast einem Jahr ins Allgäu gezogen und kann hier seiner Leidenschaft ausgiebig fröhnen: Klettersteige sammeln.
Patrick, wie bist du zu outdooractive.com gekommen?
Neben Redaktionsleiter Thilo bin ich der zweite fränkische Vertreter bei outdooractive.com. Über die Stationen Würzburg und Feuchtwangen hat es mich als gebürtigen Nürnberger ins Allgäu verschlagen, wo ich für outdooractive.com immer auf der Suche nach den aufregendsten, luftigsten und herausforderndsten Klettersteigen der Alpen bin.
Weshalb Klettersteige?
Mit Geocaching fing vor knapp vier Jahren alles an. Mit GPS-Gerät wurden damals die ersten Dosen im Wald und auch in manch unterirdischem Gang gesucht. Schnell wurde es extremer, höher, schneller und weiter. Caches auf hohen Brücken und schwankenden Bäumen wurden zu den primären Zielen. So kam ich erst zum Industrieklettern, danach in die Berge. Mein erster richtiger Klettersteig war die – auch heute noch schwer beeindruckende – Via Ferrata Gerrardo Sega am Monte Baldo. Für mich ein unvergessliches Abenteuer und ein wahres Schlüsselerlebnis. Es war um mich geschehen. In schwindelerregenden Höhen steile Felswände emporzusteigen, fordert mich extrem. Sowohl körperlich (überhängende D- oder E-Passagen können ganz schön schlauchen), als auch psychisch. Ich bin nicht schwindelfrei. Doch der Kick ist zu groß, die Freude über die gemeisterte Herausforderung im Nachhinein ist unbeschreiblich. Nah am Fels sieht man die Berge mit anderen Augen. Hier fühle ich mich wohl, ja schon fast zuhause.
Und welche Touren stehen für dich für die kommende Saison ganz oben auf der Wunschliste?
- Der Leukerbad-Klettersteig auf das Daubenhorn ist ein knackiger Steig mit abwechslungsreichen Passagen. Luftig, steil, hoch und aussichtsreich. Noch dazu ist es der längste Steig der Schweiz. Keine Frage, 2013 muss ich da hin.
- Der Königsjodler: Letztes Jahr hat es zeitlich nicht geklappt, doch dieses Jahr bin ich vorbereitet. Im Sommer geht es auf den hohen Kopf am Hochkönigstock. Der spektakuläre Klettersteig ist noch nicht sehr alt, gehört jedoch schon jetzt zu den Klassikern im Extrembereich.
- Zugspitze: Ich war zwar schon einmal oben, und habe dort sogar in einem Iglu übernachtet. Doch damals habe ich geschummelt und bin mit der Gondel aufgefahren. Dieses Jahr möchte ich zu Fuß den höchsten Berg Deutschlands besteigen. Der Weg hinauf führt durch das Höllental auf die Zugspitze.
Gewähre uns noch einen tiefen Blick in dein Nähkästchen: Welchen Klettersteig sollte wirklich jeder Ferratista einmal gemacht haben?
Die Brenta-Durchquerung auf dem Klettersteig-Klassiker Via delle Bocchette. Drei Nächte und vier Tageetappen benötigt man für diese unvergleichliche Klettersteig-Tour durch den majestätischen Brentastock. Die Kletterpassagen sind nicht schwer, hier geht es eher um den spektakulären Wegverlauf über schroffe Felsen und entlang tiefer Abgründe. Ein absolutes Muss für jeden Ferratista.
Blog-Stöckchen: Und welche drei Gegenstände sind bei EUCH immer mit auf Tour?
Ein Blog-Stöckchen geht um. Früher hieß sowas “Kettenbrief”, wurde von irgendjemandem gestartet und jeweils an mehrere Freunde weitergeschickt, die dann wiederum den gleichen Auftrag hatten: weiterschicken. Heute heißt so etwas “Blog-Stöckchen” und hält seit einigen Wochen die europäische Bloggosphäre in Atem. Losgeworfen wurde das Stöckchen in Finnland, aufgefangen von outdoorseite.de in Deutschland und anschließend mit viel Engagement überall zwischen Wien, Zürich und Flensburg weitergegeben. Über den Blog von bergfreunde.de gelangte es nun auch ins Allgäu zu outdooractive.com. Ich habe mich im Haus einmal etwas umgehört und folgende Antworten gesammelt:
x
“Welche drei Gegenstände sind bei Euch IMMER mit auf Tour?”
x
Matthias, outdooractive.com-Support
Nimmt mit: PONCHO
Strahlend blauer Himmel, 35°, Sonnenschein, kein Lüftchen weht und geregnet hat es zum letzten Mal vor einer Woche. Und trotzdem haben meine Freundin und ich unsere Ponchos an, die Kapuze tief ins Gesicht gezogen und die Klettverschlüsse an den Armen fest geschlossen. Um uns herum schwirrt ein Myriadenheer von Mücken, das sich mit einem wütenden „plog, plog, plog“ erfolglos gegen unsere Ponchos wirft. Spätestens seit dieser Wanderung durch den Oderbruch habe ich auf längeren Touren immer einen Poncho dabei. Sie sind zwar vermeintlich uncool, aber viel billiger und leichter als eine Regenjacke, machen eine Regenhose überflüssig und sind universell einsetzbar: Als Regenschutz für Dich und Deinen Rucksack, Sitzunterlage, Zelterweiterung, Windschutz, Spritzschutz bei Kanuetappen und natürlich als Mücken-Schild.
x
x
Patrick, SEO
Packt ein: SMARTPHONE
Schon als ich ein kleiner Junge war, gab es für mich nichts Faszinierenderes als Karten. Mein erster Diercke-Weltatlas war daher bereits vor meiner Einschulung „durch“. Mit knallbunten Filzern wurden das deutsche Autobahnsystem ergänzt, neue Stadtteile entworfen oder komplett neue Megacities angelegt. Die Faszination für Karten ist mir bis heute erhalten geblieben und Tourenplanung über detailreichem Kartenmaterial ist für mich ein Heidenspaß. Allerdings bin auch ich als Kind der 1980er in der Zukunft angekommen. Mittlerweile schätze ich die Möglichkeiten der modernen Technik sehr. Schon oft habe ich mich über die ein oder andere Outdoor-App gefreut, die mir beim Biken in der fränkischen Heimat oder beim Bergsteigen in den Alpen schnell, exakt und zuverlässig den weiteren Weg weisen konnte. Klar stehe ich auf die guten, alten 1:25er Topos, wer tut das nicht!? Doch auf Tour reist so eben auch viel überflüssiges Papier mit. Mit einer App ist das Schnee von gestern.
x
x
Jörn, Redaktion
Geht nicht ohne: LAUFRUCKSACK
Erst als ich ihn endlich in Händen hielt, fühlte ich mich als echter Trailrunner: mein Laufrucksack. Trotz des minimalen Stauraums von gerade einmal drei Litern, die bei gefüllter Trinkblase gut ausgeschöpft sind, ist immer noch genug Platz für Erste-Hilfe-Set, Kamera, Jacke, Hose, Essen, Stirnlampe und Taschentücher (sehr wichtig!). Und er kann noch mehr: An den Tragegurten ist eine Notfallpfeife angebracht. Damit wird man nicht nur schnell von der Bergwacht gefunden, man kann auch ganz prima seinen Mitmenschen auf den Nerv gehen.
x
x
Wir bedanken uns bei den Bergfreunden für das Stöckchen, nehmen Anlauf und werfen es weiter an:
x
- Robert Leiter. Der Blogger aus Südtirol veröffentlicht regelmäßig Tourenberichte mit wunderschönen Fotos auf seinem Blog blog.robertleiter.it.
- Simon Baur. Auch ein Blogger, allerdings in erster Linie Fotograf. Wie man das Maximum aus seinen Bildern rausholt, erfährt man auf seinem Blog bauerphotos.wordpress.com.
- Outdoor-Magazin. Spannende Texte, schöne Fotos, abwechslungsreiche Inhalte – das alles gibt’s im Wander-Blog vom Outdoor-Magazin.
Auf outdoorseite.de gibt es eine schöne Übersicht aller teilnehmenden Blogs.
Wie entsteht eigentlich ein ADAC Wanderführer?
Bis es einen der zahlreichen ADAC Wanderführer im Laden zu kaufen gibt, vergeht knapp ein Jahr. Ganz schön lang, denkt sich vielleicht jetzt der ein oder andere. Aber wenn man mal einen genaueren Blick auf den gesamten Produktionsprozess mit seinen sieben Teilschritten wirft, ist das nicht verwunderlich – zumal wir meist an mehreren Wanderführern gleichzeitig arbeiten. Aber wie funktioniert das nun genau?
Abenteuerlust in der outdooractive.com-Redaktion
Die outdooractive.com-Redaktion ist nicht nur sportlich und outdooraffin, sondern vor allem abenteuerlustig. Das muss so sein, schließlich hätten wir uns folgender Herausforderung niemals gestellt:
Wie es dazu kam
Als Outdoorer stehen bei uns zwei Messen bereits vor Jahresbeginn dick im Kalender: Die Outdoor in Friedrichshafen und die ISPO in München. Natürlich ließen wir von der outdooractive.com-Redaktion uns dieses Event nicht entgehen und luden fleißig die bizarrsten Kuriositäten in unsere Rucksäcke. Beim Auspacken fiel dabei als erstes in die Hände: Ein fair-trade-brazilian-coffee fertig vorbereitet in einer handlichen Outdoorverpackung. Ob das was kann?
Ob das was kann?
Vergangene Woche sammelten wir dann all unseren Mut und machten uns an das Abenteuer. Die Funktionsweise klang nach richtig gutem Kaffee: Das betörend gut riechende Pulver aus Brasilien befindet sich in einem echten Kaffeefilter. Durch diesen fließt das heiß aufgegossene Wasser in einen weiteren Beutel, aus welchem man das schwarze Gold anschließend in seine Tasse befördern kann. Naja, oder halt auch nicht, aber dazu gleich mehr.
Schon beim Öffnen fast gescheitert
Erste Probleme hatten wir bereits beim Öffnen der Packung. Eigentlich soll man ein rotes Band “einfach” herausziehen und anschließend das kochende Wasser aufgießen. Mit etwas Gewalt hatten wir dann oben endlich eine ausreichend große Öffnung aufgerissen, um uns nicht direkt beim Hineingießen die Pfoten zu verbrennen. Also einen halben Liter rein, oben mit dem Zipper wieder verschließen, auf den Tisch stellen und fünf bis zehn Minuten warten – je nach gewünschter Stärke. Wie das mit der Stärke bei einem Filterkaffee funktionieren soll, war uns zwar etwas schleierhaft, aber nach fünf Minuten konnten wir unsere Neugierde eh nicht mehr im Zaum halten. Nun erwartete uns allerdings die größte Herausforderung: Der Transport von der Tüte in die Tasse sah auf dem Bild einfacher aus, als es letztendlich war. Die Hälfte des immer noch schier kochend heißen Wassers wollte scheinbar lieber über Finger und den halben Tisch, als in das Gefäß fließen. Dort sah es aber dann gar nicht so schlecht aus.
Was zählt ist der Geschmack?
Der Geschmack war gut – besser auf jeden Fall, als der aus unserer Kaffeemaschine. Liegt aber vielleicht auch einfach daran, dass das Gra, äh, der Kaffee auf der anderen Seite des Zaunes grundsätzlich besser schmeckt. In der ersten Tasse befanden sich noch einige unidentifizierbare Krümel im Kaffee, aber wie gesagt, der Geschmack hat gepasst. Und würde es garantiert noch viel viel mehr, wenn man gerade schon einige Stunden draußen unterwegs war und das Wasser direkt auf dem Gaskocher zubereitet wurde.
Fazit
Eine nette Idee, vor allem weil die Tüten mit Fair-Trade-Kaffee gefüllt sind. Packmaß und verbleibender Müll sind aber nur bedingt outdoortauglich. Wir in der Redaktion werden aus Rücksicht auf die großflächige Verschmutzung unseres Bürotisches ab sofort aber wieder zu unserer Kaffeemaschine in der Küche pilgern. Ohne die Finger zu verbrühen, hoffentlich.

3 Bewertungen